Orthopädie

Knochen- und Weichteilsarkome

Im Gegensatz zu den relativ häufigen gutartigen Knochen- und Weichteiltumoren, sind Sarkome des Knochens und der Weichteile sehr selten. Der häufigste primär maligne Knochentumor ist das Osteosarkom, gefolgt vom Chondrosarkom und Ewing-Sarkom. Das häufigste Weichteilsarkom ist das undifferenzierte Sarkom gefolgt vom Liposarkom und Leiomyosarkom.

Die meisten dieser Tumoren befinden sich in den Extremitäten und im Becken. Die Lokaltherapie der Wahl besteht in der chirurgischen Entfernung des kompletten Tumors und einer sich um den Tumor befindenden Schicht aus gesundem Gewebe. Dies ist die Grundvoraussetzung für ein Langzeitüberleben. Hierbei kann oft extremitätenerhaltend operiert werden, sodass die Funktion der betroffenen Extremität nicht eingeschränkt wird.

Nach chirurgischer Entfernung von Knochensarkomen im Bereich der Extremitäten und des Beckens ist es häufig notwendig, den resultierenden Defekt zu rekonstruieren. Am häufigsten wird dafür eine Endoprothese implantiert. Hier können spezielle Megaendoprothesen, die aus Metall gefertigt worden sind, eingesetzt werden. Die Wahl des optimalen Implantates und der optimalen Rekonstruktionsmethode hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere der Lokalisation des Tumors und dessen Ausdehnung aber auch von Patientenalter, dem Aktivitätslevel und der Prognose. Aus diesem Grund sollte der behandelnde Chirurg sich gut mit allen möglichen Rekonstruktionsverfahren auskennen. Neben der chirurgischen Therapie an sich benötigen viele Patienten mit Knochen- oder Weichteilsarkomen eine prä- und/oder postoperative systemische Chemotherapie und/oder eine lokale Strahlentherapie. Eine umfassende Erfahrung in der interdisziplinären Behandlung von Sarkomen ist notwendig, um zu entscheiden, welche Behandlung optimale Ergebnisse für jeden individuellen Patienten bietet.

Die Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie des Universitätsklinikums Münster ist weltweit eins der größten und renommiertesten Zentren zur Behandlung von Chondrosarkompatienten. Der Klinikdirektor, Universitätsprofessor Dr. med. Georg Gosheger ist ein hoch angesehener Tumorchirurg. Er ist aktuell der Präsident der Europäischen Muskulo-Skelettalen Onkologischen Gesellschaft (EMSOS) und Mitglied in der internationalen Gesellschaft zur Extremitätenerhaltung. Eine seiner größten Errungenschaften war die Entwicklung einer Silberbeschichtung für Megaendoprothesen, wodurch das Risiko einer postoperativen Infektion signifikant vermindert werden kann.

Als einer der ersten Tumororthopäden erkannte er den Einfluss einer exzellenten präoperativen Vorbereitung auf das Ergebnis der Operation. Hierfür hat Prof. Gosheger ein Team von erfahrenen Tumororthopäden, spezialisierten Kranken- und Gesundheitspflegern, Psycho-Onkologen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten zusammengestellt. Durch dieses spezialisierte Team erhält der Patient die bestmögliche Therapie und Nachbetreuung während des stationären Aufenthaltes. Durch eine enge Kooperation mit der Klinik für Anästhesie wird eine bestmögliche Unterstützung bei diesen oft komplexen operativen Eingriffen und eine optimale Schmerzbetreuung erreicht.

Alle Patienten, die in der Klinik für Allgemeine Orthopädie und Tumororthopädie behandelt werden, werden im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz, bei der spezialisierte Radiologen, Pathologen, Tumororthopäden, Kinderonkologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Thoraxchirurgen anwesend sind, besprochen. Hier wird gemeinsam die bestmögliche Therapie für den Patienten festgelegt.

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